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Gestalt-Dialektik
 
Canticum Poeticum   -->   Philosophicum   -   Linguisticum   -   Alphabeticum   -   Paedagogicum
 
A Testimonial of the Vieyra Reading and Writing Method
(Translation in English)

 
Gutachten über die "Vieyra-Lese- und Schreibmethode"
(Original "Testimonial" in German)

 
Videos related to the "Gutachten" (Testimonial)
 

 
Quadraturbedingung
Quadraturbedingung der Cheopspyramide
(in German)

 
Contact:
Gustavo Vieyra
Teacher (LAUSD)
75th St. Elem. School
142 W. 75th Str.
L.A. CA 90003
 
Gestaltdialektik@hotmail.com
 
Inge Jakob							 9.Nov. 1998
Schwengebergstr. 14
D-34132 Kassel
Germany
Tel.: 0561-400499

Herrn Prof. Dr. phil. Hubert Buchinger
Universität Passau
Lehrstuhl für Grundschuldidaktik
D-94030 Passau
Germany

Gutachten über die "Vieyra-Lese- und Schreibmethode"

 
Ein Pilotprogramm:
Montessori-Kinderhaus
Konrad-Adenauer-Str. 143
34132 Kassel
0561-408702
Ende Mai bis Ende Juni 1998

Sehr geehrter Prof. Buchinger,

Ende Mai 1998 stellte Herr Gustavo Vieyra seine Lese- und Schreibmethode in unserem Kinderhaus vor. Das Projekt dauerte ca. fünf Wochen.

In den ersten beiden Wochen teilte Herr Vieyra mit uns den Kindergartenalltag. Er lernte in dieser Zeit die Kinder (die Gruppe besteht aus 20 Kd.) und den Tagesablauf kennen. Herr Vieyra wurde von den Kindern sehr gut aufgenommen, so daß er schon am ersten Tag mit der Einführung seiner Methode beginnen konnte. Er stellte erzählerisch seine Bildgeschichte vor.

Am zweiten Tag ließ er die Kinder anhand der Bilder die Geschichte (etwa ¼ der gesamten Geschichte) wiederholen, neue Bilder kamen dazu. Die Erzählung wurde von allen Beteiligten mit Gesten begleitet. Am Schluß der Stunde wurde die Geschichte rückwärts erzählt.

Morgens, während der Freispielzeit, durften die Kinder die Geschichte malend nacherzählen -es entstanden kleine Büchlein. In der dritten Woche erhielten die Kinder Blätter, versehen mit leeren Feldern (jedes Feld entsprach einem Bild der Geschichte). Die Kinder füllten die Felder mit Bildern aus. Hinzu kamen dann Blätter mit Silben und Zahlen, die ebenfalls in den Feldern auftauchten, in denen vorher die Bilder der Geschichte zu sehen waren. Im Stuhlkreis konnten sich die Kinder inzwischen die einzelnen Bilder anhand der Silben vorstellen. Sie benannten die Silben mit ihren entsprechenden Rhythmen, "Banane-Banane-ba, Catze-Catze-ca, Dahlie-Dahlie-da (usw.)"; zu jeder Silbenbenennung klatschten oder hüpften die Kinder. Sie waren mit großer Konzentration und Begeisterung bei der Sache.

Vier Wochen lang arbeitete Herr Gustavo Vieyra mit der gesamten Gruppe, dann entstand die sog. "Gustavo-Vorschule". Hierzu gehörte ein Mädchen im Alter von 4 ½ J., ein Junge im Alter von 4 ¾ J., ein Junge, 5 J. und vier Mädchen im Alter von 6 J. Kleinere Kinder gesellten sich gern dazu.

In der fünften Woche saßen die Kinder wie "Schulkinder" auf ihren Plätzen. An der Wand hingen einzelne Blätter, versehen mit Zahlen und Silben. Die Kinder lernten die Zahlen mit den entsprechenden Silben; sehr bald konnten sie die Silben benennen, wenn man auf eine Zahl tippte. Die Zeit wurde mit einbezogen. Es wurde auf den kleinen und großen Zeiger der Wanduhr aufmerksam gemacht: innerhalb von 10 Minuten füllten die Kinder -soweit sie es schaffen konnten- Blätter, die mit Zahlenfeldern versehen waren, mit den entsprechenden Silben aus. Am Ende der fünften/Anfang der sechsten Woche konnten die Kinder teilweise ein leeres Blatt mit Feldern, Zahlen und Silben versehen.

Es ist bemerkenswert und signifikant im Sinne vom Erstlesen und -schreiben, daß einige Kinder Wörter oder auch ganze Sätze schrieben, die gelesen werden konnten. Erwähnen möchte ich, daß die Kinder sich immer wieder während der Vorschulstunden rhythmisch bewegten, und es bereitete ihnen viel Freude, die Geschichte innerhalb kürzester Zeit mit geschlossenen Augen -verbunden mit Gesten- zu erzählen.

Mein persönlicher Endruck

Einleitend möchte ich sagen, es waren fünf bewegte, fröhliche Wochen, die wir mit Herrn Vieyra verbracht haben. Die Lernbegeisterung war ansteckend. Kinder wie Erzieherinnen lebten im Thema. So geschah es immer wieder, daß man während des Vormittags Silben hörte, wie "Anna-Anna-an; Kartoffel-Kartoffel-ka . . . (Erweiterung-Übertragung). Bilder, die während des Freispiels gemalt wurden, gehörten oft zum Thema.
 
Es wurde themenbezogen gebastelt, plastiziert, und es gab sogar "Raketeneis". Die gesamte Gruppe arbeitete bis einschließlich der vierten Woche zusammen, solange das Drama in Vordergrund stand. Die obenerwähnten Kinder, die dann in den sog. "Gustavo-Vorschule" gingen, waren am Ende des Projektes teilweise fähig, Wörter und kleine Sätze zu schreiben.

Voraussetzungen der Kinder

Die Kinder arbeiten seit ihrem dritten Lebensjahr mit Montessori-Materialen, Übungen des täglichen Lebens, und Sinnesmaterialen stehen bei den Kleinen im Vordergrund, bewegliche Buchstaben, Mathematik-Materialen, Geometrische Formen usw. kommen hinzu. Das eine oder andere Kind konnte mit beweglichen Buchstaben schon Worte legen, lesen und schreiben. Doch mit Hilfe des Erlernens von Silben (Lesen und Schreiben der Vieyra-Methode) waren die Kinder schneller fähig, Wörter zu bilden und zu lesen. Bei der Lautmethode von Maria Montessori wie bei der Vieyra-Methode ist die Begeisterung des Lehrers sowie die Berücksichtigung des "ganzheitlichen Lernens" (mit allen Sinnen) wichtig.
 
In der Gruppe wird viel gesungen, getanzt, Theater gespielt und gemalt. Außerdem bewegen sich die Kinder viel in der Natur.

Meine abschließende Meinung

Während der sensitiven Phase (0 bis 6 Jahre), in der die Kinder nachahmend und spielerisch aufnehmen, übernehmen die Erzieher/innen die größte Verantwortung für das weitere Leben des Kindes. Wir sollten uns davor hüten, dem Kind in diesem Alter "etwas überzustülpen", sollten es jedoch auch nicht zurückhalten bzw. in seiner Entwicklung klein halten (hemmen). Hier befinden sich Eltern wie auch Erzieher/innen im Widerspruch. Einerseits wollen sie Geborgenheit für die Kinder, andererseits sollen die Kinder die bestmöglichste Förderung erhalten, so daß diese oft überfordert werden. Hier muß daran gearbeitet werden, Bewusstheit dafür zu schaffen, daß nicht ein Kind wie das andere lernen kann, daß auch hier das Kind seine eigene Art mitbringt und wir Erwachsene gehalten sind, ihm immer wieder durch Beobachtung und Achtung gerecht zu werden.

Wichtig für das Kind ist die Beherrschung der Muttersprache, die Schulung der Sinne, um offen und sicher ins Leben zu gehen. Ich habe im Kindergarten erfahren, daß die Kinder, die aus einem geordneten Elternhaus (im Sinne von Lebensrhythmus) kommen, wo die Bezugspersonen klar sind, Sicherheit mitbringen, sich in einer Gruppe zu bewegen, Offenheit, ein gutes Selbstwertgefühl und Konzentration und zwar deutlich mehr als die Kinder, bei denen diese Voraussetzung nicht gebeben sind. Die erstgenannten Kinder wollen somit entsprechend schnell Lernerfahrungen machen.

Es war schön zu beobachten, wie Herr Vieyra die Kinder "dort abholte, wo sie sich befanden", ganz im Sinne von Maria Montessori. So konnten die sog. schnellen Kinder immer wieder Lehrer spielen, um ihrem Drang, nach vorne zu kommen, gerecht zu werden. Die Kinder, die mehr Zeit zum Lernen benötigten, erhielten Gelegenheit zu schauen, zu hören, spielerisch einzusteigen, ganz wie sie es brauchten. So war das Miteinander auch in der Gruppe mit 20 Kindern unterschiedlichen Alters (3-6 J.) gewährleistet.

Was die Kinder zum Lernen auch benötigen, ist "Bewegung, Bewegung, Bewegung!!!". Das fehlt den Kindern heute mehr, denn je! Ich finde es schade, daß in den Staatsschulen noch nicht genügend auf das Individuum des Kindes eingegangen werden kann, daß der Lehrplan, der erfüllt werden muß, so sehr im Vordergrund steht. Was könnten wir für glückliche Schulkinder haben, wäre der Leistungsdruck nicht da und somit das Gefühl, "ich bin nicht OK!" Wie weit könnten wir Menschen nach vorne gehen, würden wir nicht durch die Stempel, die wir durch die frühen Zensuren bekommen, gedrückt werden, wenn wir frei wären von Konkurrenz, wenn wir die Leistung im Sinne von sich gegenseitigen Ergänzen leben könnten!? Dazu gehört auch, daß den Kindern mehr Begleitpersonen and die Seite gestellt werden (hier erfahren wir immer mehr Einschränkung).

Wenn dies die Kinder schon erleben dürfen, daß sie sich ihren Fähigkeiten gemäß entwickelt könnten, dann würden sie m.E. zu Erwachsenen heranreifen, die im Sinne des Miteinanders an der Welt bauen würden.

Das, was uns Herr Vieyra in den fünf Wochen bei uns im Kindergarten mit seiner Methode des Lesen- und Schreibenlernens aufzeigte, ergänzt sich sehr schön mit der Maria-Montessori-Methode und mit ihrer Philosophie. Die Kinder fühlten sich wohl, waren begeistert, glücklich und wollten weiter und weiter lernen:

  1. Drama (Theater)
  2. Bewegung
  3. Kreativität
  4. Silbenlernen
  5. Wortfindungen
  6. Schreiben von kleinen Sätze und Wiedergabe
  7. Indirektes Lernen der Zahlen 1-20
  8. Das Empfinden von Zeit
  9. usw.

Das alles wurde in den fünf Wochen geschafft.
 
Ich wünsche Herrn Vieyra weiterhin viel Erfolg für seine Arbeit und bin dankbar für die gemeinsame Zeit, in der wir die Kinder unseres Kinderhauses begleiten dürfen.
 
Mit freundlichen Grüßen,
 
(Unterschrift)
 
Inge Jakob
Erzieherin im Montessori-Kinderhaus


 


 

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